Ölsaaten und Getreide

EU-Rapssaatfutures weiterhin sehr volatil Gestern korrigierte der Markt die deutliche Aufwärtskorrektur der Rapssaatfutures vom Pfingstmontag und schloss auch gegen die freundlicheren Daten des US-Sojakomplexes sichtbar schwächer. Der führende August-Kontrakt beendete die Euronext-Sitzung mit minus 21,75 Euro/t bei 782,75 Euro/t (Tagesbandbreite 780,00 bis 804,50 Euro/t). Die nachfolgenden Liefertermine gaben zwischen 7,50 und 21,25 Euro/t nach. In Winnipeg zeigten sich die kanadischen Canola-Futures uneinheitlich. Während der alterntige Juli-Future mit einem Kursverlust von 10,60 Can-$/t bei 1.113,10 Can-$/t den ICE-Börsentag abschloss, notierten die Futures der neuen Ernte leicht schwächer bzw. teils auch moderat freundlicher.

Sojamärkte stabil Der Sojabohnenmarkt konnte nach einem ruhigen Wochenbeginn gestern deutlich zulegen und schloss im Plus. Der Sojabohnen Juli-Kontrakt gewann 29,00 US-Cent/bushel auf 1.728,25 US-Cent/bushel. Der Sojaschrot Juli-Kontrakt legte 10,30 US-$/short ton zu und beendete die Handelssitzung bei 417,40 US-$/short ton. Laut US-Landwirtschaftsministerium ist die Sojaaussaat in den USA zu 78 Prozent vorangeschritten. Die Sojaaussaat kommt somit zügig voran und nach momentanem Stand sind die Bedingungen weiter gut. Der Euro hat am Mittwochmorgen leicht nachgegeben und ist wieder unter die Marke von 1,07 US-Dollar gefallen. Druck kam vom Dollar, der gegenüber vielen Währungen aufwertete. Am Morgen kostet die europäische Gemeinschaftswährung 1,0685 US-Dollar und damit etwas weniger als am späten Vorabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Dienstagnachmittag auf 1,0662 US-Dollar festgesetzt. Die Computerbörse handelt zum Start in den Handelstag weiter im grünen Bereich.

Getreidemarkt Die Getreidemärkte müssen diese Woche mit wenig neuen Daten auskommen. Da Ertragsschätzungen frühestens mit Beginn der neuen Ernte verifiziert werden können, stürzt sich der Markt momentan eher auf politische Ereignisse zur Entwicklung des Preises. So ist es kaum verwunderlich, dass die Börsen am vergangen Freitag ein reines Schlachtfest der Bullen zelebrierten nachdem die Einigungswahrscheinlichkeit für einen ukrainischen Exportkorridor größer wurde.
Am vergangenen Montag wiederrum erholten sich die Kurse in Erwartung des am Freitag erscheinenden USDA Bericht über sinkende Endbestände und schwächere Ernten. Der Freitag und Montag bildeten fast ein Nullsummenspiel während sich die Kurse auf beiden Seiten des Atlantiks am Dienstag weiter abwärts bewegten. Die Kassamärkte konnten sich den Bann der Börsen nicht entziehen. Besonders für neuerntiges Getreide wurden deutlich schwächere Kurse aufgerufen. Die Abschläge bewegten sich in allen Früchten und auf allen Termin zwischen 8 und 13 Euro gegenüber den Kursen von vor 8 Tagen.
Alterntig werden nach wie vor letzte Restmengen / Übermengen zur Vermarktung gezeigt die mit kleinerem Abschlag aber immer noch stetig Käufer finden. Hinsichtlich der neuen Ernte ist es schwer Käufer zu finden. Zu groß ist die Angst vor weiteren größeren Abwärtskorrekturen.
Die Logistik aus der Ukraine nach Westeuropa wird größer und stärker. Auch Exporte von ukrainischem Getreide über polnische Häfen nimmt stark zu. Die internationale Situation könnte sich dadurch etwas entspannen was die Schwäche der Börsen zudem erklären würde.
Unsere Gesamteinschätzung zur neuerntigen Getreide Angebots- und Nachfragesituation: Auf 7 Verkäufer treffen momentan 3 Käufer.


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