Fleischimport um ein Drittel gesunken

Die chinesischen Fleischimporteure haben im ersten Quartal 2022 erwartungsgemäß deutlich weniger Ware am Weltmarkt geordert als in der vergleichbaren Vorjahresperiode. Die wachsende Eigenerzeugung und Nachfrageausfälle wegen der strikten Corona-Maßnahmen ließen laut Zollverwaltung die Fleischeinfuhr einschließlich Nebenerzeugnissen gegenüber Januar bis März 2021 um 958 000 t oder 36,5 % auf 1,67 Mio t sinken. Die Importausgaben gaben dabei um 1,96 Mrd $ oder umgerechnet 1,88 Mrd Euro auf 6,17 Mrd Euro nach. Der wertmäßige Rückgang fiel mit 23,2 % geringer als bei der Menge aus, da das Fleisch teilweise teurer eingekauft werden musste.
Besonders starke Zurückhaltung übten die chinesischen Importeure beim internationalen Kauf von Schweinefleisch. Die Bezugsmenge nahm im Vergleich zum ersten Jahresviertel 2021 um gut die Hälfte auf rund 690 000 t ab. Dabei wurde die Einfuhr von frischer und gefrorener Ware um fast zwei Drittel auf nur noch 420 000 t gekürzt; bei Schlachtnebenerzeugnissen waren die Einbußen geringer. Die in diesem Zeitraum in der Volksrepublik um 14 % gestiegene Erzeugung von Schweinefleisch und die gleichzeitig schwächere Nachfrage waren die Hauptgründe für den geringeren Importbedarf.

Die Kaufzurückhaltung bekamen alle wichtigen Anbieter zu spüren. Die USA meldeten für das erste Quartal 2022 gegenüber dem Vorjahreszeitraum einen Rückgang ihrer Schweinefleischexporte nach China von 56 % auf 101 900 t, die Europäische Union für Januar und Februar einen von insgesamt 61 % auf 242 300 t. Laut dem Verband für tierisches Protein (ABPA) gingen Brasiliens Schweinefleischlieferungen in die Volksrepublik von Januar bis April im Vergleich zur Vorjahresperiode um 35 % auf 118 600 t zurück.

Auch der Bezug von Rindfleisch wurde von China im Vergleich mit dem ersten Quartal 2021 eingeschränkt, und zwar um 16 % auf rund 520 000 t. Ein Faktor dürfte hierbei neben dem Corona-Stillstand in einigen Häfen und geschlossenen Restaurants auch der deutliche Preisanstieg gewesen sein. Die Einfuhrausgaben legten nämlich trotz kleinerer Importmenge um fast 14 % auf 3,17 Mrd Euro zu und waren damit mehr als doppelt so hoch wie beim Schweinefleisch. Zudem brachen Chinas Geflügelfleischimporte gegenüber dem ersten Jahresviertel 2021 um 59 % auf 152 800 t ein; die Einfuhr von Schaf und Ziegenfleisch war um 18 % auf 101 300 t rückläufig. AgE


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