Tiefrote Vorzeichen zum Wochenauftakt

An der europäischen Leitbörse Matif sind die Rapskontrakte quer durch alle Laufzeiten mit Kursverlusten in den Mai gestartet. Am gestrigen Handelstag verlor der Frontmonat zur Abrechnung im August 2022 unter dem Strich ganze 4,5 % auf 814 Euro/t. Die Korrektur scheint damit vorerst beendet, denn der vordere Rapsfuture hat sich heute in den ersten Handelsminuten um 4 Euro auf 818 Euro/t verteuert.
Zu der Konsolidierung zum Monatsauftakt hat Marktanalysten zufolge ein ganzes Bündel an Faktoren beigetragen: Einerseits haben die Rohölfutures zuletzt kräftig korrigiert. Ein Fass mit 159 l der Nordseesorte Brent notierte gestern zeitweise unter 100 Euro - trotz des im Raum stehenden EU-Embargos gegen Rohöl aus Russland. Für zusätzlichen Kursdruck bei Ölsaaten sorgt die strikte No-Covid-Strategie Chinas, die die Lieferung von Agrarrohstoffen ins "Reich der Mitte" behindert. Gleichzeitig könnte eine pandemiebedingt schwächelnde Wirtschaft die Nachfrage nach Pflanzenölen in China dämpfen.

Das französische Analystenhaus Stratégie grains geht in einer aktuellen Analyse davon aus, dass auf den in der EU für die Nutzung freigegeben Ökologischen Vorrangflächen (ÖVF) zusätzliche Sonnenblumen angebaut werden, was das Angebot an Pflanzenölen nach der Ernte 2022 absehbar verbreitern würde. Nicht zuletzt dürften auch Gewinnmitnahmen zu dem Kursrücksetzer beim Raps beigetragen haben. Seit Anfang März war der Frontmonat August in der Spitze um 170 Euro/t nach oben gelaufen, die der ein oder andere spekulativ orientierte Investor mit Kaufpositionen jetzt abgeschöpft haben dürfte. AgE


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