Landvolk Niedersachsen fordert Korrekturen bei Düngeregeln

Der Landvolkverband pocht auf Korrekturen bei den aus seiner Sicht überzogenen Düngevorschriften in den Roten Gebieten. Der Verband stützt sich dabei auf den niedersächsischen Nährstoffbericht 2020/21, dessen Veröffentlichung von Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast für März 2022 angekündigt wurde. Wie der Landvolkverband heute nach einer ersten Auswertung der ihm vorliegenden Daten feststellte, sind der Dung- und Nährstoffanfall aus der Tierhaltung weiter rückläufig. Zudem sei der Einsatz von stickstoffhaltigen Mineraldüngern in der Landwirtschaft im Berichtszeitraum "so gering wie seit den 1960er Jahren nicht mehr".

Angesichts dieser Entwicklungen sieht Landvolkpräsident Dr. Holger Hennies die Politik in Hannover, Berlin und Brüssel gefordert, die aus Sicht des Gewässerschutzes sehr positive Entwicklung im Nährstoffbereich auch zu honorieren. Überzogene Düngeregelungen wie die Kürzung der Stickstoffdüngung in den sogenannten nitratsensiblen Roten Gebieten müssten den Gegebenheiten entsprechend zurückgenommen werden, denn inzwischen laufe man hier Gefahr, Raubbau an der erreichten Bodenfruchtbarkeit zu betreiben.

"Unsere Tierhalter und Ackerbauern sehen in einigen Bereichen, dass das Korsett an Regelungen über das notwendige Maß deutlich hinausgeht", warnte Hennies. Auch die jüngsten Ernteergebnisse bestätigten, dass es durch suboptimale Düngung zu Ertrags- und Qualitätseinbußen gekommen sei. Hennies rief deshalb Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir auf, die Ergebnisse aus dem Nährstoffbericht mit in die Verhandlungen zur Umsetzung der EU-Nitratrichtlinie nach Brüssel zu nehmen. AgE


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