VEZG hebt Preisnotierung um 4 Cent an

Am deutschen Schlachtschweinemarkt ist wieder etwas mehr Optimismus auf Seiten der Mäster zu spüren. Das Lebendangebot fällt zunehmend kleiner aus und lässt sich trotz des fehlenden Schlachttages in dieser Woche recht reibungslos platzieren. Die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch (VEZG) nutzte heute diesen kleinen Stimmungsumschwung und setzte ihre Leitnotierung um 4 Cent auf 1,46 Euro/kg Schlachtgewicht (SG) herauf. Die Schlachtbetriebe waren damit nicht einverstanden und verwiesen auf die nach wie vor schwierige Vermarktungssituation am Fleischmarkt, wo sich dieser Preisanstieg wohl nur schwer umsetzen lasse.

Die hoffentlich bald steigenden Temperaturen sowie erste Öffnungen der Gastronomie und des Tourismus dürften den Bedarf an schlachtreifen Tieren und Schweinefleisch am Markt jedoch in den nächsten Wochen erhöhen, war von Analysten zu hören. Sie verwiesen zudem auf andere EU-Länder, wo die Notierungen zuletzt schon etwas angezogen hätten. Diese hatten allerdings auch die Möglichkeit, mehr Schweinefleisch in lukrativere Drittländer zu exportieren.

Dies traf insbesondere auf Spanien zu, wo zudem das Lebendangebot unter dem Bedarf der Schlachtbetriebe lag. Daran hat sich nach Angaben des Mercolleida in dieser Woche grundsätzlich nichts geändert, auch wenn die Schweine nach wie vor vergleichsweise schwer zur Schlachtung gelangen. Für die bevorstehende Notierung wurde ein Plus von 2 Cent/kg Lebendgewicht erwartet. Als Bremse wirken dem Mercolleida zufolge die vergleichsweise hohe Notierung im Vergleich zu anderen EU-Ländern und die eher nachgebenden Schweinefleischpreise am Inlandsmarkt und im Chinaexport.

In Frankreich wurde die Notierung wegen des morgigen Feiertages vorgezogen; sie blieb mit 1,541 Euro/kg SG unverändert. Trotz reduzierter Schlachttätigkeit wegen Himmelfahrt und einem Streik in einem Schlachtbetrieb sei das Lebendangebot nicht zu groß, hieß es am Marché du Porc Breton. In Italien wurde die Situation am Schweinemarkt als leicht verbessert beschrieben, da in der zweiten Monatshälfte etwas weniger Schweine verfügbar seien und die Grillfleischnachfrage angezogen habe. Die morgige Notierung wurde als stabil bis etwas fester eingeschätzt, was gleichfalls als Tendenz am belgischen Schweinemarkt zu hören war. AgE


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