Augustfuture nahe Allzeithoch

An der Pariser Terminbörse hat der Kurs des Kontraktes auf Raps zur Lieferung im August 2021 die psychologisch wichtige Linie von 500 Euro erneut nach oben durchbrochen. Heute Morgen wurde der betreffende Future in der Spitze für 518,25 Euro/t gehandelt, bevor er sich bis gegen 12.00 Uhr auf 511,25 Euro/t verbilligte. Auf diesem Niveau rangierte der Kurs zuletzt im Juli 2021. Damals war auch der bislang höchste Preis für einen Raps-Augustfuture mit 526,25 Euro/t markiert worden.
Im Einklang mit den Terminkursen geht das französische Analystenhaus Stratégie grains davon aus, dass die Erzeugerpreise für Rapssaat aus der kommenden Ernte das Vorjahresniveau deutlich übertreffen werden. Die Fachleute erwarten, dass die globalen Lagerbestände abgebaut werden. In der Europäischen Union wird zwar mit einem Produktionszuwachs auf 16,78 Mio t gerechnet; jedoch soll die Vermahlung leicht zurückgehen. Die EU-Rapsimporte dürften 2021/22 im Vorjahresvergleich kleiner ausfallen. Auslöser sei unter anderem die geringere Verfügbarkeit von Schwarzmeerware. Zudem dürfte Canola aus Kanada im Zeitraum Juli bis September nicht wettbewerbsfähig sein.

Weiterhin getrieben werden dürfte der Rapsmarkt nach Einschätzung von Stratégie grains durch die wachsende Nachfrage nach Pflanzenöl für die menschliche Ernährung und für die Erzeugung von Biodiesel. Die feste Entwicklung der Rapspreise in den vergangenen Monaten begründen die Fachleute mit dem knappen globalen Angebot an der schwarzen Ölfrucht und mit den hohen Schlaglöhnen.

Unterdessen berichtete die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP) in Berlin mit Verweis auf Daten der Agrarmarkt Informations-GmbH (AMI), dass die Pflanzenölpreise im April das höchste Niveau seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1995 erreicht hätten. Die Marktakteure rechneten für die laufende Saison mit einer Verknappung des Rapsölangebots, und zwar als Folge der begrenzten Rohstoffverfügbarkeit und Chinas regem Kaufinteresse. Der Rapsölpreis habe Ende April mit 1 213 Euro/t fob Deutschland um rund 75 % über dem Vorjahresniveau gelegen. Sonnenblumenöl sei zur selben Zeit mit 1 341 Euro/t fob Amsterdam, Rotterdam und Antwerpen (ARA) bewertet worden, womit das Vergleichsniveau von 2020 um mehr als 100 % übertroffen worden sei. Maßgeblich sei das knappe Rohstoffangebot in der EU, der Ukraine und Russland, so die UFOP. AgE


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