EU-Schweinefleischexporte weiter auf Wachstumskurs

Die Schweinefleischexporte der Europäischen Union haben im vergangenen Jahr Rekordhöhen erklommen und der Ausfuhrboom setzt sich Anfang 2021 fort. Nach vorläufigen Angaben der EU-Kommission wurden im Januar und Februar von den 27 Mitgliedstaaten insgesamt 1,02 Mio t Schweinefleisch einschließlich Schlachtnebenerzeugnissen in Drittländer verkauft; das waren rund 210 000 t oder gut ein Viertel mehr als in der Vorjahresperiode. Der Zuwachs bei den EU-Ausfuhrmengen war insbesondere auf die boomenden Schweinefleischlieferungen nach China zurückzuführen. Diese legten gegenüber den ersten beiden Monaten 2020 um 134 000 t oder 27,4 % auf 622 000 t zu. Damit entfielen auf das Chinageschäft gut 60 % aller EU-Exporte.
Den relativ stärksten Ausfuhranstieg beim EU-Schweinefleischabsatz in Drittländern gab es mit einem Plus von 133 % auf 56 000 t bei den Lieferungen auf die Philippinen. Dort hatte die Regierung kürzlich wegen der im Land gestiegenen Preise infolge der Afrikanischen Schweinepest (ASP) eine massive Ausweitung der Importe und Zollsenkungen bei der Einfuhr verkündet. Auch Vietnam ist von dieser Tierseuche betroffen und orderte mit 20 000 t ein Viertel mehr Ware in der Gemeinschaft. Zudem stiegen die Ausfuhren in die ehemalige britische Kronkolonie Hongkong im Vorjahresvergleich um gut 90 % auf 48 000 t.

Schwächer lief laut Kommissionsdaten dagegen das Geschäft mit Japan; die Schweinefleischausfuhren dorthin gingen im Vergleich zu Januar und Februar 2020 um 25 % auf 51 000 t zurück. Dieses Land verlor damit den zweiten Platz der wichtigsten EU-Kunden an die Philippinen und rangierte nun auf Rang drei. Mit einem Minus von 14 % auf 32 000 t wurde zudem weniger Schweinefleisch nach Südkorea verkauft. Auch der Export nach Australien war im bisherigen Jahresverlauf rückläufig, und zwar um 12 % auf 15 000 t.

Wie die EU konnte auch Brasilien seinen internationalen Schweinefleischabsatz steigern. Nach offiziellen Daten legte der Export von frischem und gefrorenem Schweinefleisch im ersten Quartal 2021 gegenüber der entsprechenden Vorjahresperiode um 24 % auf 224 100 t zu. Dazu trug wesentlich das Ausfuhrplus von 35 % auf rund 128 600 t bei den Lieferungen nach China bei. Zudem wurde mehr Ware nach Singapur, Uruguay, Chile und Argentinien verkauft. Der Export von frischem und gefrorenem Schweinefleisch nach Russland kam dagegen vollständig zum Stillstand. AgE


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