Deutsche Rapsschrotexporte stark rückläufig

Die Rapsschrotexporte Deutschlands sind im vergangenen Wirtschaftsjahr deutlich gesunken. Wie die Union zur Förderung von Öl- und Proteinpflanzen (UFOP) heute unter Berufung auf das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilte, wurden von Juli 2021 bis Mai 2022 insgesamt gut 1,5 Mio t Rapsschrot aus der Bundesrepublik exportiert; das sind etwa 22 % weniger als im Vorjahreszeitraum. Es sei die kleinste Menge seit drei Jahren, stellte die UFOP fest. Das habe zum einen an der geringeren Verfügbarkeit gelegen, denn in den deutschen Ölmühlen seien in der Berichtsperiode mit 4,8 Mio t rund 5,5 % weniger Rapsschrot angefallen. Auf der anderen Seite hätten die vergleichsweise hohen Preise das Kaufinteresse aus dem Ausland gebremst.

Das Protein im Rapsschrot sei von Oktober 2021 bis Mai 2022 teurer beziehungsweise preisidentisch mit dem Eiweiß von Sojaschrot aus gentechnisch veränderten Bohnen gewesen, berichtete die UFOP weiter. In Ländern, in denen die Gentechnikfreiheit von Futtermitteln keine große Rolle spiele, sei daher eher auf Sojaschrot als auf die Alternative zurückgegriffen worden. Deutsches Rapsschrot wird der Förderunion zufolge hauptsächlich in andere EU-Staaten geliefert; im Berichtszeitraum waren es etwa 1,45 Mio t von insgesamt 1,55 Mio t.

Mit 660 000 t ging nach Angaben der UFOP die größte Menge davon in die Niederlande. Damit habe sich deren Bezugsvolumen gegenüber dem Vorjahreszeitraum um annähernd ein Drittel reduziert. Um fast zwei Drittel auf nur noch 53 000 t seien die Rapsschrotlieferungen nach Frankreich gesunken, während nach Spanien mit 134 000 t rund 56 % weniger ausgeführt worden seien. Beide Länder hätten aufgrund der eigenen größeren Rapsernte weniger Bedarf an Rapsschrot aus dem Ausland gehabt.

Deutlich gestiegen sind laut UFOP nach Recherche der Agrarmarkt Informations-GmbH (AMI) dagegen die deutschen Rapsschrotlieferungen nach Dänemark, Finnland und Österreich. Dänemark als zweitwichtigster Handelspartner in diesem Geschäft habe mit 193 000 t seine Importe aus Deutschland nahezu verdoppelt. Außerhalb der EU war der Förderunion zufolge die Schweiz erneut wichtigster Abnehmer; sie steigerte den Bezug um 82 % auf 70 000 t.

Die UFOP hob hervor, dass Deutschland mit einer Verarbeitungskapazität von etwa 9 Mio t Rapssaat der wichtigste Verarbeiter und bedeutendste Lieferant von gentechnikfreiem Rapsschrot in der EU sei. Die Bereitstellung dieses heimischen, in der Milchviehfütterung fest etablierten Futtermittels sei jedoch gefährdet, wenn das Bundesumweltministerium seine Pläne umsetze, die Obergrenze für Biokraftstoffe aus Anbaubiomasse massiv zu reduzieren beziehungsweise deren Anrechnung auf die Klimaschutzverpflichtung in Zukunft auszuschließen. Nur in Kombination mit der Verarbeitung von Raps zu Biodiesel sei die Versorgung mit heimischem Futterprotein gewährleistet, gab die Förderunion zu bedenken. AgE


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