Drusch in Nordfrankreich weit fortgeschritten

Die Ernte der Winterungen im Norden Frankreichs steht kurz vor dem Abschluss und dürfte damit zwei Wochen früher als sonst enden. Das hat die dort ansässige Getreidegenossenschaft Axéréal gestern gemeldet. Die im Einzugsgebiet geernteten Qualitäten seien ausgezeichnet, erklärte der Vorstandsvorsitzende des Unternehmens, Jean-Francois Loiseau, in Olivet. Die Erträge bewegten sich auf dem Niveau des langjährigen Durchschnitts, wobei die Ergebnisse regional sehr uneinheitlich ausfielen.
Den durchschnittlichen Proteingehalt des neuerntigen Weichweizens beziffert Axéréal auf 11,9 % und nennt dies "zufriedenstellend". Die regionalen Durchschnittserträge beim Weichweizen rangieren zwischen 40 dt/ha und 100 dt/ha und bei Gerste zwischen 65 dt/ha und 85 dt/ha. Überdurchschnittlich sind die Hartweizenerträge ausgefallen, die sich in einer Bandbreite von 50 dt/ha bis 85 dt/ha bewegen. Die Rapserträge werde von der Genossenschaft mit 30 dt/ha bis 50 dt/ha angegeben.

Das französische Analystenhaus Stratégie grains veranschlagte die diesjährigen Weichweizenerträge im Landesdurchschnitt zuletzt auf 69,5 dt/ha, nach 71,2 dt/ha im Vorjahr. Für die Erträge im Süden Frankreichs rechnen die Fachleute mit Ertragseinbußen durch Hitze und Trockenheit. Dagegen hätten sich die Erträge im Norden des Landes besser entwickelt, hieß es. Die Agrarbehörde FranceAgriMer erwartet landesweit eine Weichweizenernte von 32,9 Mio t; das wären 7 % weniger als im Vorjahr. Für Gerste wird ein Aufkommen von 11,2 Mio t geschätzt; gegenüber 2021 wäre ein Minus von 2 %.

Unterdessen entwickelten sich die Kurse für Raps und Weizen an der Terminbörse Matif gegenläufig. Der Rapsfuture mit Fälligkeit im August 2022 wurde gestern gegen 16.45 Uhr für 617,75 Euro/t gehandelt; das waren 70,50 Euro/t oder 10,2 % weniger als der Eröffnungskurs vom Montag dieser Woche. Analysten begründeten die kräftige Abwärtsbewegung unter anderem mit dem Angebotsdruck aus der laufenden Ernte in Nordwesteuropa sowie optimistischen Ernteaussichten für die kanadische Canola-Ernte.

Hinzu kamen sinkende Palmölpreise und negative Vorgaben der Sojabohnenfutures in Chicago. Gleichzeitig verteuerte sich aber der Pariser Weizenkontrakt um 16 Euro/t oder 4,8 % auf 346 Euro/t. Dazu trugen unter anderem Vermutungen bei, dass die Hitzewelle in Europa in den vergangenen Tagen zu Ertragseinbußen führen könnte. AgE


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