Stimmung der Bauern bleibt am Boden

Die Stimmungslage unter den deutschen Landwirten bleibt weiterhin gedrückt. Das zeigen die Ergebnisse des Konjunkturbarometers Agrar für den Juni, die der Deutsche Bauernverband (DBV) heute vorgelegt hat. Wie aus der Umfrage unter 850 Bauern hervorgeht, bleibt der Indexwert des Konjunkturbarometers mit 11,1 im Juni gegenüber 10,8 aus der vorangegangenen Befragung von März nahezu unverändert. Ihre aktuelle wirtschaftliche Lage schätzen die Landwirte gegenüber dem Frühjahr allerdings schlechter ein. Die zukünftige wirtschaftliche Situation wird indes etwas besser beurteilt.
Auch die Investitionsbereitschaft im deutschen Agrarsektor bleibt niedrig. Der Anteil der Landwirte, der im nächsten halben Jahr investieren will, liegt laut Barometer bei 28 % und damit einen Prozentpunkt unter dem Vorjahreswert. Gleichwohl planen die Bauern in diesem Jahr mit einem höheren Investitionsvolumen, das mit 4,9 Mrd Euro um immerhin 600 Mio Euro höher veranschlagt wird als im Juni 2021.Der Grund für das höhere Investitionsvolumen seien wesentlich höhere Investitionen bei erneuerbaren Energien und dem Landkauf, aber auch bei Wohngebäuden, erläuterte der Bauernverband. Dem stehe ein stark verminderter Kapitaleinsatz bei Wirtschaftsgebäuden gegenüber; hier würden zudem die Erhaltungsinvestitionen deutlich überwiegen.

Die betriebliche Liquidität hat sich nach den Ergebnissen des Konjunkturbarometers im Durchschnitt der Betriebe gegenüber März etwas verschlechtert. Im Juni 2022 gaben 14 % der Betriebe an, dass ihre Liquiditätslage angespannt oder sehr angespannt sei. Unter den Veredlungsbetrieben ist der Anteil der Betriebe mit angespannter Liquiditätslage mit 37 % besonders hoch.

Die wirtschaftliche Situation aller Betriebe wird auf der Notenskala von 1 bis 5 mit 3,03 weiterhin deutlich günstiger beurteilt als die zukünftigen Aussichten mit einem Wert von 3,34. Die aktuelle wirtschaftliche Lage hat sich gegenüber März in den Futterbaubetrieben deutlich verbessert, in den Ackerbaubetrieben hingegen leicht und in den Veredlungsbetreiben sogar deutlich verschlechtert. Im Ausblick auf die nächsten zwei bis drei Jahre wächst der Pessimismus der Veredlungsbetriebe. Dagegen blicken Ackerbau- und Futterbaubetriebe im Vergleich zur Märzerhebung etwas optimistischer in die Zukunft.

Auch der Ukraine-Krieg hinterlässt seine Spuren in der Landwirtschaft. Im aktuellen Konjunkturbarometer Agrar befürworten 79 % der Landwirte, Ackerstilllegungsflächen wieder für die Produktion zuzulassen. Mehr als jeder zweite Landwirt befürchtet, dass öffentliche Mittel zugunsten der Landwirtschaft knapper werden. Etwa genauso viele glauben, dass der gesellschaftliche Stellenwert der Landwirtschaft als Folge des Ukraine-Krieges zunimmt. Etwa ein Viertel der Landwirte will wegen der aktuellen Auswirkungen des Krieges geplante Investitionen auf unbestimmte Zeit verschieben. Gleichzeitig sehen 13 % der Landwirte neue Marktchancen, verbunden mit Änderungen in der Anbauplanung. AgE


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