Lichtblicke bei den Schienenexporten

Da eine Freigabe der ukrainischen Seehäfen durch Russland weiter auf sich warten lässt, bleiben Binnenschifffahrt und Eisenbahn die wichtigsten Transportkanäle für Agrarrohstoffe. Im Juni wurden auf diesen Wegen 1,4 Mio t Getreide und damit knapp ein Viertel mehr als noch im Mai ins Ausland geliefert. Dennoch blieben die Mengen damit weit unter denen der Seehäfen, die vor dem Krieg monatlich bis zu 6,0 Mio t verschiffen konnten.

Schrittweise wird die Logistik insbesondere auf der Schiene weiter ausgebaut beziehungsweise optimiert. Nach Angaben der staatlichen Bahngesellschaft Ukrzaliznytsia haben sich die Warteschlangen an den Grenzen nach Polen und Rumänien in den vergangenen Wochen deutlich verkürzt. Das bedeutet aber immer noch, dass die Waggons beispielsweise an der ukrainisch-rumänischen Übergabestelle Dyakovo-Halmeu im Schnitt 48 Tage stehen. Laut den zuständigen Stellen hat dies vor allem mit logistischen Schwierigkeiten beim Spurwechsel von der in Osteuropa üblichen breiten Spurweite auf das weiter westlich übliche Maß von 1 435 mm zu tun.

Zumindest auf dem Weg nach Rumänien zeichnet sich allerdings eine Verbesserung ab. Wie der rumänische Verkehrsminister Sorin Grindianu gestern berichtete, konnte die Wiederinbetriebnahme einer Breitspurbahn nach Galati, dem wichtigsten Binnenhafen des Landes, einen Monat früher als geplant abgeschlossen werden. Züge, die von der Ukraine über Moldawien nach Rumänien kommen, können somit direkt und ohne Umladung nach Galati fahren und ihre Ware dort auf Schiffe oder Silos umladen. Damit dürfte eine deutliche Beschleunigung des Warenverkehrs verbunden sein. AgE


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